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Die Entstehung des Beltringharder Koogs

1987 wurde als Reaktion auf die Sturmflut von 1962 die Nordstrander Bucht, also das Watt zwischen der Insel Nordstrand und dem Festland, eingedeicht. Da diese Küstenschutzmaßnahme  von Naturschutzseite stark kritisiert wurde, stellte man 1991 das gesamte Gebiet in einer Größe von  3350 Hektar, als Naturschutzgebiet unter Schutz, anstatt es, wie ursprünglich vorgesehen landwirtschaftlich zu nutzen.

Nutzung

Der neubenannte „Beltringharder Koog“, das größte Naturschutzgebiet auf dem Festland Schleswig-Holsteins, wurde in drei Bereiche mit unterschiedlichen naturschutzfachlichen Entwicklungszielen aufgeteilt:  Im Süden  findet auf etwa 1.000 Hektar eine gänzlich ungestörte Entwicklung statt. Hier haben sich große Schilfbestände mit Weidengebüschen entwickelt. Der Bereich nördlich des Flüsschens Arlau unterliegt über eine Schleuse weiterhin dem Einfluss der Gezeiten.  Diese Salzwasserlagune mit Flachwasserbereichen und kleinen Inseln  ist etwa 860 Hektar groß. Die restlichen 800 Hektar nördlich der Lagune, um den Lüttmoorsee und die Kleientnahmestellen,  sind kleinere Röhrichte und Feuchtgrünland, das extensiv mit Rindern beweidet wird.

Foto: Pierre Dalous; Lizenz: Wikicommons

Vielfältige Vogelwelt

Der Koog spielt für die Vogelwelt eine sehr wichtige Rolle. Schilfbrüter wie Rohrsänger, Bartmeise und Rohrdommel nisten in den Röhrichten, viele Entenarten, Hauben- und Schwarzhalstaucher brüten an den Gewässern und die Feuchtgrünländer sind wichtige Brutgebiete für Wiesenvögel wie Uferschnepfe, Kiebitz, Rotschenkel und Feldlerche. Aber auch Seevögel brüten im Koog, vor allem im Bereich der Salzwasserlagune. Das größte Brutvorkommen des stark bedrohten Seeregenpfeifers Mitteleuropas ist hier zu finden. Seeadler und Rohrweihe jagen häufig im Gebiet und im Winter rasten große Schwärme von Nonnengänsen. Bei Hochwasser kommen auch viele Limikolen (Regenpfeiferartige), wie Alpenstrandläufer und Dunkler Wasserläufer zur Nahrungssuche über den Deich aus dem nahen Wattenmeer. Rastende Gänse und Enten beweiden während ihres Stopps große Teile der Feuchtwiesen im Frühjahr und Herbst und hinterlassen sie kurz gefressen.

Fakten

Status
Natura 2000
Naturschutzgebiet

Eigentümer

Land Schleswig-Holstein

Flächenverwaltung

Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Erlebnismöglichkeit

Zahlreiche Beobachtungsmöglichkeiten, Aussichtsturm im Osten
Naturerlebnisraum an der Arlau

Bestand 2015

Uferschnepfe: 87 Brutpaare

Das Projekt

Neben hydrologischen Verbesserungen und einer verstärkten Fuchsbejagung sollen im Rahmen von LIFE Limosa im Grünland die Vegetationsstrukturen optimiert, sowie der Artenreichtum und damit das Nahrungsangebot für Wiesenvogelküken erhöht werden.

Bestandstrend Uferschnepfe