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Eiderästuar


Der längste Fluss Schleswig-Holsteins - die Eider -  mündet südlich von Tönning ins Meer. Jahrhunderte lang war der Einfluss der Gezeiten an der Eidermündung und flussaufwärts spürbar. Im tidebeeinflussten Salz- und Brackwasserbereich der Nordsee entwickelten sich Vorländer und nach dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals sogar eine Insel im Ästuar vor Olversum mit der an diese besondere Dynamik ganz speziell angepassten Tier- und Pflanzenwelt und sind heute Naturschutzgebiete.





Veränderungen

Von 1967 bis 1973 wurde im Mündungstrichter das Eider-Sperrwerk mit seinen fünf jeweils 40 Meter breiten Stemmtoren gebaut. Vom Sperrwerk zu der Insel in der Flussmündung wurde ein weiterer Damm gebaut, der die Hälfte des Ästuars trockenlegte – das heutige eigentliche Katinger Watt. Das Sperrwerk dient seither als Schutz bei Sturmfluten und zur Sicherung der Schifffahrt auf der Eider. Seitdem strömt das salzige Meerwasser nur noch an der 200 Meter breiten Öffnung des Sperrwerkes ein. Mit der Veränderung des Wasserregimes haben sich auch der gesamte Lebensraum und die Standortbedingungen für Pflanzen und Tiere verändert. Die Vorländer werden bei Hochwasser nicht mehr überflutet und der Salzgehalt der nun nicht mehr tidebeeinflussten Flächen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Arten, die an Süßwasser gebunden sind, nehmen in den ehemaligen Salzwiesenbereichen immer mehr zu. Auf trockengelegten Wattflächen wurde Grünland entwickelt und ein Wald gepflanzt. Teilweise wurde das Vorland in Acker umgewandelt. Die typischen an Salzwasser angepassten Pflanzen verschwinden aus diesen Bereichen. Vor den alten Vorländern bildet sich unter dem neuen menschgeprägten Gezeitenregime neues Vorland.

Fakten

Status

Natura 2000, FFH Gebiet

drei Naturschutzgebiete:
Oldensworter Vorland (260 Hektar)
Dithmarscher Eidervorland (620 Hektar)
Olversumer Vorland als Teilfläche des Naturschutzgebietes Grüne Insel

Bestand 2015

Katinger Watt
Uferschnepfe: 38 Brutpaare

Oldensworter Vorland
Uferschnepfe: 1 Brutpaar

Dithmarscher Vorland
Uferschnepfe: kein Brutpaar

Größe


3606 Hektar Land-, Watt- und Wasserfläche

Infozentrum

NABU-Naturzentrum Katinger Watt

Bedeutsam für die Vogel- und Pflanzenwelt

Im Bereich des Eiderästuars wurden in den letzten zehn Jahren regelmäßig international bedeutende Rastbestände von Nonnengans, Spießente, Säbelschnäbler, Sandregenpfeifer und Dunklem Wasserläufer erreicht, in einigen Jahren auch von Zwergschwan, Brandente, Schnatterente und Goldregenpfeifer. Für rastende Wat- und Wasservögel sind vor allem die Schlickwatten in der Eidermündung als Nahrungsgebiete von großer Bedeutung. Hinzu kommen mehrere Tausend mausernde Wasservögel im angrenzenden Katinger Watt. Eine Besonderheit sind salzige Sickerflächen, in denen Meer- und Flusswasser durch den sandigen Boden unter dem Deich hindurchdrückt und in den Weiden an die Oberfläche tritt (Qualmwasser). Das nordfriesische Eidervorland ist für Brutvogelarten des Feuchtgrünlandes wie Rotschenkel, Kiebitz, Uferschnepfe sowie die Brutvögel der Röhrichte, wie Schilfrohrsänger und Blaukehlchen von besonderer Bedeutung.

Nutzung

Die zahlreichen Flächen im Eiderästuar werden derzeit recht unterschiedlich genutzt: Ein kleiner Anteil (ungefähr 100 Hektar) des Grünlandes wird gemäht, in den meisten  Bereichen weiden Mutterkuhherden, teilweise von Ponys begleitet. In anderen Bereichen werden Schafe zur Landschaftspflege eingesetzt.

Bestandstrend Uferschnpefe