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Der Rickelsbüller Koog

Der 534 Hektar große Rickelsbüller Koog im Kreis Nordfriesland liegt zwischen dem Hindenburgdamm nach Sylt und der dänischen Grenze ganz im Norden Schleswig-Holsteins. Die ursprünglichen Wattflächen und intensiv beweideten Salzwiesen wurden 1981 eingedeicht, um durch den Schutzdeich Sicherheit für die angrenzende Landschaft Wiedingharde zu schaffen. Seitdem ist der Koog vollständig vom Salzwasser Zustrom abgekoppelt und hat sich zu einem Mosaik unterschiedlicher Lebensräume  für Tier- und Pflanzenarten entwickelt, der extensiv bewirtschaftet wird. Namensgeber für den Koog ist das 1615 untergegangene Dorf Rickelsbüll, dessen Überreste sich unter dem Deich zwischen dem Wiedingharder Neuen Koog und dem Rickelsbüller Koog befinden.

Veränderungen

Die Eindeichung hatte eine wesentliche Veränderung der Vegetation zur Folge, so dass sich nun typische Pflanzen der Salzwiesen auf den ehemaligen Wattflächen etablieren konnten. Es dominieren nasse Feuchtwiesen, wobei sich im Süden und eingestreut im Norden höherwüchsige Bereiche befinden. Im Westen und vor allem im Norden finden sind ausgedehnte Schilfzonen, die sich zunehmend ausbreiten.

Derzeitige Nutzung und Pflege

Rinder, Schafe und Pferde sind von Anfang Juni bis Ende September als tierische Landschaftspfleger tätig. Sie sorgen durch ihr Fraßverhalten dafür, dass die Wiesen für die Wiesenbrüter kurz gefressen werden. In größeren Teilflächen ist der Zustand der Wiesen derzeit noch verbesserungswürdig. Wo erforderlich, werden einige Teilbereiche gemulcht.

Wichtige Station für Zugvögel

Der Rickelsbüller Koog ist  ein wichtiger Anlaufpunkt für zahlreiche Vogelarten als  Nahrungs- und Rastgebiet. Im Herbst und Frühjahr rasten hier tausende Zugvögel. Insbesondere Nonnengänse und Pfeifenten sind in hoher Zahl anzutreffen. Aber auch Alpenstrandläufer und Knutts sind in riesigen Schwärmen am Himmel zu sehen.  Die Flächen des Kooges sind als Nahrungsgebiet von wichtiger Bedeutung. Die Zugvögel können bei Flut die Nahrungsaufnahme vom Wattenmeer auf die  angrenzenden Koogflächen ausbreiten. Hochwertige Rastgebiete wie dieser Koog sind für das Überleben und den Bruterfolg von immenser Bedeutung. Er ist das einzige Gebiet, in dem noch sowohl Uferschnepfen als auch Kampfläufer und wahrscheinlich Alpenstrandläufer brüten. Auch andere Wiesenvögel wie Kiebitz, Feldlerche, Wiesenpieper und Schafstelze sind zu beobachten. Das zweitgrößte Vorkommen des Seeregenpfeifers in Deutschland ist hier zu finden.

Fakten

Status

Naturschutzgebiet
Natura 2000 und FFH

Bestand 2015

Uferschnepfe: 33 Brutpaare

Aktiv vor Ort

Naturschutzverein Wiedingharde e.V.

Flächenverwaltung

Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Das Projekt

Im Zuge des LIFE Limosa Projektes sind zahlreiche Maßnahmen auf den im Eigentum des Landes Schleswig-Holstein befindlichen Flächen geplant. Sie betreffen insbesondere die Wasserverhältnisse, die an die Bedürfnisse der Wiesenvögel angepasst werden. Uferschnepfen und andere Wiesenvögel sind auf offene Bereiche und eine freie Sicht angewiesen. Somit sind das Zurückdrängen höherwüchsiger Pflanzen durch Mahd und die Beseitigung von Störkulissen (Röhrichte, Gebüsche, Bäume) Ziele zahlreicher Aktivitäten.

Bestandstrend Uferschnepfe